EFA 2025 Aftershow: BASS IN YOUR FACE!
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- vor 4 Tagen
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In der Provinz nichts Neues? Von wegen. Die EFA 2025 in Erfurt hat versucht, die Zeiten der digitalen Bequemlichkeit ordentlich zu zertrümmern. Dass dabei nicht alles glattlief, ist kein Unfall, sondern die notwendige Konsequenz eines Projekts, das aus den letzten vier Jahren eine ordentliche Lernkurve hingelegt hat.
Hier kommt der Abgesang der Komfortzone und warum 180 Gäste durchweg positives Feedback gaben.

Mitten im Geschehen: Die Booth auf dem Dancefloor!
Das Setup war ein Statement für sich: Keine Trennung zwischen Künstler und Crowd. Alle Live-Acts spielten mitten auf dem Dancefloor, umrahmt von einer Lichtinstallation, die den Fokus auf das Wesentliche legte: das Handwerk. Die Gäste standen nicht nur vor den Boxen, sondern blickten den Acts direkt über die Schulter auf die blinkenden Module und Regler. Ein intimeres Club-Erlebnis ist kaum möglich.
Dass die "Hütte" am Ende nicht aus allen Nähten platzte, ist kein Zeichen mangelnden Interesses, sondern ein ehrliches Abbild der Komplexität eines solchen Mammutprojekts. Wir müssen uns nichts vormachen: Die Promophase war einer der intensivsten und wichtigsten Bestandteile der gesamten EFA 2025. Dass wir es erstmals geschafft haben, in fast allen Thüringer Lokalredaktionen stattzufinden und sogar im renommierten Synthesizer Magazin (Ausgabe 111-2025) Gehör fanden, ist ein riesiger Erfolg für eine Initiative dieser Größe.
Dass am Ende etwa 50 Gäste zum Break-Even-Point fehlten, ist kein Versagen der Beteiligten, sondern eine Lektion in fairer Demut vor der Aufgabe. Als Drei-Mann-Team ist es schlicht unmöglich, jede Zielgruppe in dieser Tiefe "artgerecht" zu adressieren, selbst wenn man tief in den Communities verwurzelt ist.
Wir üben hier keine scharfe Kritik an unseren Partnern oder dem Kalif Storch, im Gegenteil: Es war eine gemeinsame Kraftanstrengung. Es zeigt vielmehr, dass echte Vielfalt und freiwilliges Engagement keine Selbstverständlichkeit sind. Es ist ein Balanceakt zwischen künstlerischem Anspruch und logistischer Realität. In dieser Nische, wo Künstler:innen und Gäste auf Augenhöhe auf dem Dancefloor verschmelzen, hat sich gezeigt, dass die EFA keine steuerlich absetzbare Geste ist, sondern ein lebendiger, hart erarbeiteter Prozess. Wer da war, hat die positive Energie und Echtheit gespürt und genau darauf bauen wir für kommende Events auf.
Das Line-up: Von Italo-Disco bis Industrial
Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Beitrags. Die musikalische Reise war so divers wie unsere diesjährigen Workshop-Themen:
Daberstedter Ghettobeats & Frank Fairlight
Den Start machten sie mit einer eklektischen Mischung aus Electro, Techno und Italo Disco - genau der richtige Schmierstoff für die ersten Tanzschritte.
Instagram Daberstedter Ghettobeats
Instagram Frank Fairlight
Soundcloud Exit-To-Love Records
Drubadix & Weser
Feinster House-Export aus Jena. Als Teil der legendären Kabelsalat Crew brachten sie eine Wärme in den Club, die den perfekten Kontrast zum späteren Verlauf bot.

SBZ
Dann wurde es düster. Industrial, EBM und Wave aus Dresden. Ein kompromissloser Sound, der die Wände zum Schwitzen brachte und keine Gefangenen machte.

Soundcloud
Dr. Spree
Der Meister aus Berlin am Modular-System persönlich. Es war der angekündigte Abriss. Dr. Spree lieferte das Set des Abends und bewies, warum man am Modular-Synth keine Presets braucht, wenn man die Physik dahinter beherrscht.

Youtube
(Ein kleiner Wermutstropfen: Der Unbekannter Interpret musste krankheitsbedingt passen – Beim nächsten Mal, holen wir ihn auf jeden Fall wieder mit ins Boot!)
Ehrlich währt am längsten
Mit rund 180 Gästen war die Stimmung fantastisch, auch wenn wir ehrlich sein müssen: Da wäre noch Luft nach oben gewesen. Werbetechnisch war die EFA 2025 Aftershow: BASS IN YOUR FACE! leider von ein paar Pannen geprägt, allerdings war die Reichweite allein schon durch Dr. Spree unglaublich hoch mit über 100.000 Aufrufen auf Instagram und dem Zuwachs von knapp 500 neuen Followern. Vielleicht war es genau so richtig: Eine exklusive Crowd, die wirklich wegen der Musik und der Technik da war, Qualität statt Quantität. Wer nicht da war, hat definitiv eine der intensivsten Nächte des Erfurter Herbstes verpasst.

Wie geht es weiter?
Die Organisation der EFA 2025 hat viele Sachen gezeigt, u.a. dass es verdammt wichtig ist, rechtzeitig die richtigen Partner:innen zu adressieren. Deshalb machen wir zwar keine Pausen, aber wir strukturieren etwas um. 2026 wird es kein einzelnes großes Jahresevent geben, der Energieaufwand ist für ein dreiköpfiges Team auf Dauer schlichtweg zu hoch. Stattdessen präsentieren wir euch drei kleinere, fokussierte Ein-Tages-Specials: die EFA Audio Lab: Specials. Wir gehen tiefer in die Materie, haptischer und noch vielseitiger.
Das nächste große Ding? EFA 2027 - im Herbst!
Ein riesiger Dank geht an die Landeshauptstadt Erfurt für die Förderung und an Hörstil für die Koproduktion und den Schutz unserer Ohren.
Fotos by Andreas Kubitza
Video by Toni Materne







Die Aftershow war der Wahnsinn, lange nicht so viele talentierte Acts gesehen!